nitrosativer Stress

Nitrosativer Stress ist oft mit dem erhöhten Auftreten von reaktiven Sauerstoffverbindungen im Sinne von oxidativem Stress vergesellschaftet.

Das einfach aufgebaute Molekül Stickstoffmonoxid (NO-) spielt eine entscheidende Rolle bei den normalen Lebensvorgängen im Körper. So dient es als Botenstoff zwischen Zellen (unter anderem der Immunzellen) und Nerven, zur Gefäßerweiterung und als Stoffwechselregulator. Wird es im Körper unnatürlicher Weise vermehrt gebildet, spricht man von nitrosativem Stress.

Als Ursachen für nitrosativen Stress gelten wie bei der übermäßigen Bildung reaktiver Sauerstoffverbindungen jegliche Formen von länger anhaltenden negativen Stressreizen. Hervorzuheben sind für den nitrosativen Stress insbesondere Infektionen (30-fache Erhöhung von NO-!), Verletzungen und funktionelle Instabilitäten der oberen Halswirbelsäule, Umweltbelastungen (unter anderem Rauchen, Amalgam, Pestizide, elektromagnetische Felder) und starke psychische Belastungen. Verstärkend auf nitrosativen Stress wirken kohlenhydratreiche Ernährung, Medikamente (insbesondere Protonenpumpenhemmer, Beta-Blocker und nichtsteroidale Antirheumatika wie zum Beispiel Diclofenac), Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie starke körperliche und geistige Belastung.

Eine vermehrte Bildung von Stickstoffmonoxid führt zur Inaktivierung spezieller Enzyme und blockiert unter anderem damit die Energieproduktion in den Mitochondrien (= Zellkraftwerke). Es kommt zur verminderten Bildung von ATP (=

Energieträger) und zur vermehrten Bildung von Laktat (= Milchsäure). Weiterhin wird das Enzym Leber-7a-Hydroxylase inaktiviert, das die Umwandlung von Cholesterin in Gallensäuren bewerkstelligt.

Die Folgen für den Organismus sind:

Potenzierung des Problems: Stickstoffmonoxid wird unter Anwesenheit von reaktiven Sauerstoffspezies (= oxidativer Stress) zu Peroxinitrit (ONOO-) umgewandelt: Peroxinitrit hemmt im verstärkten Maße die Atmungskette und den Milchsäurezyklus, so dass das Energiedefizit noch mehr zur Wirkung kommt. Außerdem wird das zur Entgiftung und als Radikalfänger erforderliche Glutathion in den Zellen vermindert, so dass frühzeitiges Zellsterben begünstigt wird.

Die umfangreichen Erkenntnisse über nitrosativen Stress halten leider bisher keinen Einzug in die Schulmedizin.

Nitrosativer Stress lässt sich jedoch heute bereits in Speziallaboren insbesondere über die Parameter Nitrotyrosin und intrazelluläres ATP nachweisen. Außerdem gibt es entsprechende Testprotokolle im Rahmen der Funktionsmedizin.

Therapie bei nitrosativen Stress:

1. vor allem individuelle Ursache(n) und daraus resultierenden oxidativen Stress (= Antioxidanzien) ausschalten.

2. Häufig wird es jedoch auch erforderlich sein, Substanzen dem Körper zuzuführen, die das vermehrte Stickstoffmonoxid neutralisieren. Folgende Substanzen kommen dabei besonders in Frage:

FAZIT: Nitrosativer Stress ist ein wichtiger Grund für das Auftreten von Erschöpfungszuständen und erhöhten Cholesterinwerten. Man kann nitrosativen Stress heute laborchemisch und durch den adaptativen Muskeltest nachweisen. Neben der Ausschaltung von Ursachen spielen lebensverändernde Maßnahmen und vor allem Vitamin B12 eine wichtige Rolle in der Therapie.

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