Nahrungsergänzungsmittel

Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln

Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittelprodukte, die die Ernährung ergänzen sollen.

In einer Ausgabe des „Spiegel“ vor einigen Jahren wurde von einer erheblichen Gefahr für die Bevölkerung durch Vitaminpillen gesprochen. Nahrungsergänzungsmittel seien ein Milliardengeschäft und überflüssig.

Und tatsächlich gehören Nahrungsergänzungsmittel mit einem Umsatz von jährlich mehr als 1,3 Milliarden Euro in Deutschland zu den am häufigsten gekauften Produkten in Apotheken, Drogerie- und Verbrauchermärkten sowie im Internet. Die Diskussion Pro und Kontra wird jedoch sehr einseitig geführt.

Unbestritten ist, dass die Zahl der chronischen Erkrankungen in den letzten Jahren dramatisch gestiegen ist. Meistens äußern sich diese als Multisystemerkrankungen. Dabei treten mehre Erkrankungen parallel auf, die geprägt sind von Entzündung, gestörtem Immunsystem sowie oxidativem und nitrosativen Stress. Typische Erkrankungen sind u.a. Diabetes, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, neurologische Erkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen.

Es gibt keine eindeutige wissenschaftliche Studienlage für oder gegen die Verwendung von Nahrungsergänzungsmittel.

Bei Berichten über die negativen Wirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln finden sich meist folgende methodische Fehler:

Der Mangel an Nährstoffen besteht nicht nur in Entwicklungsländern, sondern er nimmt auch in Industrieländern zu. Deklaration der Weltgesundheitsbehörde WHO 2001 / 2002, Bradley 2002

Angesichts der unübersichtlichen Angebote sind umfassende Beratungsstrategien und gezielte Informationen über die Eigenschaften von Nahrungsergänzungsmitteln dringend erforderlich.

Folgende Nährstoffe gelten in Deutschland als kritisch:

–      Vitamin D

–      Folsäure

–      Vitamin E

–      Vitamin C

–      Eisen (bei bestimmten Risikogruppen)

–      Jod

–      Zink

–      Kalzium

–      Magnesium

–      Selen

–      Omega 3-Fettsäuren (EPA, DHA)

Hintergrund dieser Mängel sind der geringe Konsum von Obst und Gemüse sowie Seefisch. Nur 15 Prozent der deutschen Bevölkerung nehmen die empfohlene Menge an Obst und Gemüse von 500 Gramm täglich zu sich.

Für folgende Gruppen in der deutschen Bevölkerung besteht ein Risiko für einen Nährstoffmangel:

Ein gewisses Risiko besteht natürlich auch bei Nahrungsergänzungsmitteln. Bereits Paracelsus sagte 1538: „Allein die Dosis macht das Gift.“ So ist zum Beispiel von Antioxidanzien bekannt, dass sie bei hoher Dosierung zu Pro-Oxidanzien (= Förderung von oxidativen Stress) werden können. Deshalb sollen auch die bekannten tolerablen oberen Tagesmengen für Vitamine und Mineralstoffe nicht überschritten und synthetische Nährstoffe nicht konsumiert werden.

Fazit:Nahrungsergänzungsmittel insbesondere natürlichen Ursprunges machen für viele unter den heutigen Lebensbedingungen Sinn.Sie müssen jedoch individuell ermittelt werden.

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