Weihrauch

weihrauch.jpgWeihrauch wird seit über 5000 Jahren für medizinische Zwecke in verschiedenen Kulturkreisen verwendet. In den alten vedischen Schriften wird die Heilkraft von Weihrauchextrakten bei rheumatischen Erkrankungen, chronischer Bronchitis, Asthma, entzündlichen Darmerkrankungen sowie Hautproblemen beschrieben. Um die Erfahrungsheilkunde wissenschaftlich zu fundieren, beschäftigen sich weltweit zahlreiche Arbeitsgruppen mit der medizinischen Wirkung von Weihrauchextrakten.

Pharmazeutisch verwendet wird das Weihrauchharz. Die Weihrauchbäume sind knorrige und spärlich belaubte Bäume. Sie kommen nur in bestimmten wüstenartigen Gebieten der Erde vor und wachsen wild.

Es gibt insgesamt 25 Arten, nur 4 Boswellia-Arten haben jedoch medizinische Bedeutung :

• Boswellia sacra bzw. carteri sowie papyrifera aus Afrika , synonym Olibanum genannt

• Boswellia serrata aus Indien, synonym auch Sali guggal genannt

Weihrauchharz ist ein komplexes Vielstoffgemisch. Die pharmakologische Aktivität resultiert aus den so gennannten Triterpensäuren (unter anderem Boswelliasäuren) und bestimmten Verbindungen aus der Gruppe der Neutralbestandteile. Als spezifisches Ziel dieser Wirkstoffe konnten zwei Enzyme – mPGES-1 und Cathepsin G – identifiziert werden, deren Rolle in der Vermittlung entzündlicher Prozesse von sehr großer Bedeutung ist.

Weihrauch-Extrakte zeigen in Tiermodellen und klinischen Studien Wirksamkeit bei verschiedenen entzündlichen Erkrankungen wie

• Gelenkentzündungen (so genannte Arthritis, zum Beispiel bei Rheumatoider Arthritis)

• chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (zum Beispiel Morbus Crohn und Colitis ulcerosa)

• Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung = COPD)

• entzündlichen Hauterkrankungen wie Psoriasis und Neurodermitis.

Es steht jedoch Apotheken und Patienten bislang kein zugelassenes Weihrauch-Präparat zur Verfügung. Weihrauch war bis in die 1950er Jahre offiziell im Deutschen Arzneibuch gelistet. Wie viele andere Heilpflanzen musste auch Weihrauch den neuen, chemisch definierten Einzelstoffen weichen und fiel damit aus den Arzneibüchern heraus. Erst im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur. 6.0) ist der (indische) Weihrauch wieder als Monographie gelistet.

Im Vakuum zwischen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und Nachfragen vieler Betroffener finden sich derzeit neben einem in Indien zugelassenen Arzneimittel ausschließlich Nahrungsergänzungsmittel von unterschiedlicher Qualität, so dass man auf eine kompetente Beratung angewiesen ist. Frühere Bemühungen für die Arzneimittelzulassung sind aus verschiedenen Gründen (Finanzierung, Studiendesign, Behörden) bisher erfolglos geblieben. Weihrauch kommt zur lokalen Anwendung

oder wird als Kapsel eingenommen.

Weitere Informationen finden sie im Internet unter http://www.boswellia.org .

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