Sucht

Die Sucht, oder heute eher Abhängigkeit genannt, ist ein unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und führt zu körperlichen Schäden.

Wie gefährlich die legalen Drogen Alkohol und Tabak sind, legt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen in ihrem Jahrbuch 2014 dar. Nach deren Angaben sterben hierzulande jährlich 100.000 bis 120.000 Menschen an den Folgen des Zigarettenkosums. 74.000 Menschen versterben frühzeitig durch Alkoholkonsum beziehungsweise die Kombination von Alkohol- und Tabakkonsum.

Dem aktuellen "Jahrbuch Sucht" zufolge sind circa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland alkoholabhängig. Etwa zehn Millionen haben ein problematisches Trinkverhalten. Damit liegt Deutschland beim Alkoholkonsum auf Platz 5 der 34 Mitgliedstatten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Nur in Luxemburg, Frankreich, Österreich und Estland wird noch mehr getrunken.

Trotz seit Jahren sinkenden Raucher-Zahlen sehen die Suchtexperten auch beim Tabakkonsum keinen Grund zur Entwarnung. Demnach rauchen immer noch 34 Prozent der 18- bis 64-jährigen Männer und 26 Prozent der 18- bis 64-jährigen Frauen.

Risikofreie Kosummengen gebe es weder für Alkohol noch für Tabak, mahnte die Deutsche Hautstelle für Suchtfragen. Je mehr konsumiert werde, desto höher steige das individuelle Risiko, zu erkranken oder vorzeitig zu sterben.

Die Entstehung der Abhängigkeit ist ein sehr komplexer Prozess, bei dem neben biologischen vor allem auch psychische und soziale Faktoren eine wichtige Rolle spielen.  Substanzverlangen oder Craving (engl. Begierde, Verlangen) umschreibt das kontinuierliche und nahezu unbezwingbare Verlangen eines Suchtkranken, sein Suchtmittel zu konsumieren. Craving ist das zentrale Moment der Abhängigkeit. Auch die Gier nach fetten und süßen Speisen bei Fettleibigkeit wird als Craving bezeichnet. Jede süchtige Verhaltensweise hat immer ihre individuelle Prägung. Dies bezieht sich nicht nur auf die klassischen Substanzen, sondern auch auf Esssucht und nichtstoffliche Verhaltenssüchte wie zum Beispiel die krankhafte Nutzung des Internets und Fernsehens sowie des Glücksspiels.

Ein süchtiger Mensch strebt somit nicht den Konsum eines Suchtmittels um seiner selbst willen an, sondern einen durch den Stoff bzw. durch das süchtige Verhalten erzeugten psychischen Zustand, vor allem Entspannung, Euphorie und Betäubung.

Gerade am Anfang einer Sucht wird das Ganze vom Betroffenen und seinen Bezugspersonen häufig bagatellisiert oder verleugnet. Häufig weisen erst Folge- oder Begleiterkrankungen auf ein Suchtverhalten hin. Spezielle Fragebögen können ein Suchtverhalten aufdecken. Das setzt natürlich voraus, dass der Betroffene einen kompetenten Partner aufsucht.

Dem weit verbreiteten Suchtverhalten liegt offenbar auch ein archaisches Bedürfnis der Menschen nach Lust und Belohnung zu Grunde. Trotz ihrer unterschiedlichen Wirkungsweisen führen alle Süchte zu einer Aktivierung der Belohnungssysteme im Gehirn. Im weiteren Verlauf entstehen Konditionierungs- und  Lernvorgänge. Kennzeichen einer Sucht ist der Übergang vom kontrollierten Konsum von Suchtmitteln zu selbst schädigendem Verhalten.

Psychosoziale Stressbedingungen können die Suchtentstehung fördern, insbesondere wenn alternative Möglichkeiten zum Stressausgleich nicht genutzt werden. Auch innere Konflikte der Gegenwart, aber auch der Vergangenheit sind für die Entwicklung süchtigen Verhaltens bedeutsam. Das Suchtverhalten kann auch ein missglückter Versuch der Selbstheilung eines schwachen ICH sein.

 Welche Behandlungsmöglichkeiten ergeben sich?

Die Psychotherapie mit dem Ziel des absoluten Verzichtes stellt den Königsweg in der Behandlung Abhängiger dar. Die Behandlung  sollte den Abhängigen möglichst früh erreichen, noch bevor sich schwere körperliche und psychische Folgeerkrankungen entwickelt  haben.

Begleitend können zur Reduktion einer eventuellen Entzugssymptomatik Akupunktur und Hypnose, aber auch Bach-Blüten und Applied Kinesiology eingesetzt werden  -  Therapien, die wir in unserer Praxis einsetzen.

FAZIT:  Es liegt im Wesen der Sucht, dass der Betroffene sein Problem lange leugnet oder herunterspielt. Eine Psychotherapie sollte jedoch frühzeitig begonnen werden. Alternative Behandlungsmöglichkeiten, wie von uns angeboten, können die eventuell auftretende Entzugssymptomatik lindern. Sprechen Sie uns deshalb bitte an.

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