Homocystein

Homocystein ist eine natürlich vorkommende Aminosäure. Sie ist ein Zwischenprodukt im Stoffwechsel und spielt eine Rolle bei der Eiweißbiosynthese und beim zellulären Stoffwechsel. Homocystein war bis in die 1970er Jahre in medizinischen Fachkreisen noch fast unbekannt, hat jedoch seitdem stark an Bedeutung zugenommen.

Die Erhöhung von Homocystein im Blut (sogenannte Hyperhomocysteinämie) gilt als ein wichtiger Risikofaktor für die Schädigung der Gefäßwände. Eine Erhöhung verhindert außerdem die ausreichende Bereitstellung von Methylgruppen im zellulären Stoffwechsel. Andererseits beeinflusst Homocystein negativ die Bereitstellung von Substanzen für den Erhalt der Leber- und Gehirnfunktion sowie der starken Antioxidans Glutathion.

Für die Stoffwechselvorgänge des Homocystein braucht der Organismus nur drei Substanzen: Vitamin B12, B6 und Folsäure.

Ein erhöhter Homocystein-Spiegel im Blut hat nur zwei mögliche Gründe:

Ein Drittel ist genetisch bedingt, während zwei Drittel auf eine Mangelversorgung oder einen vermehrten Verbrauch der oben erwähnten B-Vitamine zurückzuführen sind.

Erhöhte Homocystein-Werte findet man insbesondere bei Alkoholkonsum, Rauchen, häufigem Genuss von Kaffee, Bewegungsarmut und Übergewicht. Die Werte steigen dabei meist ab dem 40. Lebensjahr deutlich an.

Auch bestimmte Medikamente können die Homocystein-Konzentration beeinflussen, unter anderem

Folgende Erkrankungen stehen nun in direktem Zusammenhang zu erhöhten Werten von Homocystein im Blut:

Aber auch Störungen des Immunsystems und bei der Krebsabwehr sowie Beschwerden im Rahmen der Wechseljahre sind denkbar.

Die Bestimmung des Homocystein-Spiegels im Blut erfolgt nach einer strikten Nüchternphase von mindestens 12 Stunden. Die Kosten der Untersuchung werden von den privaten Krankenkassen übernommen.

Über die letzten 20 Jahre konnte man einen Trend beobachten, der folgendes besagt: Je niedriger der Homocystein-Wert ist, umso besser.

Wert > 20 μmol/l: extrem hohes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Krebs, Demenz.
Wert > 18 μmol/l: 50%ige Wahrscheinlichkeit für oben genannte Erkrankungen in den nächsten 10 bis 30 Jahren
Wert > 10 μmol/l: durchschnittlich anfällig für Zivilisationskrankheiten
Ein Homocystein-Wert unter 8 μmol/l gilt als optimal. 60 Prozent der europäischen Bevölkerung haben jedoch einen Wert über 12 μmol/l.

Die Behandlung erhöhter Homocystein-Werte ist sehr einfach.

Es ist lediglich die Einnahme einer hohen Dosierung der Vitamine B12, B6 und Folsäure erforderlich. Eine Laborkontrolle sollte nach circa zwei Monaten erfolgen.

Begleitend sollten Risikofaktoren ausgeschaltet werden durch: Zufuhr von viel Obst und Gemüse sowie ausreichend Eiweiß, gute Stressbalance, Nikotinverzicht, Gewichtskontrolle und Bewegung.

Fazit: Homocystein ist ein eigenständiger Risikofaktor für viele schwerwiegende Erkrankungen. Er kann einfach im Blut bestimmt werden. Die Behandlung besteht in einer hoch dosierten Einnahme der Vitamine B12, B6 und Folsäure für circa zwei Monate. Eine gesunde Lebensweise beugt erhöhten Werten vor.

Druckbare Ansicht