Glutensensitive Enteropathie (Sprue, Zöliakie)

Gluten (lateinisch „Leim“) sind spezielle natürliche Eiweiße, die in verschiedenen Getreiden vorkommen. Wenn Wasser zu klassischem Getreidemehl gegeben wird, dann bildet das Gluten die bekannte Konsistenz des Teiges. Deshalb wird Gluten auch als „Klebereiweiß“ bezeichnet.

Getreide mit hohem Gluten-Gehalt sind vor allem Weizen, Dinkel und Roggen. Hafer und Gerste haben einen niedrigen Anteil an Gluten.

Getreidearten wie zum Beispiel Hirse, Mais und Reis sowie Pseudogetreide wie Quinoa, Amarant und Buchweizen sind glutenfrei. Gluten ist oft Bestandteil von Fertignahrungsmitteln.

Bestandteile des Glutens können bei Menschen mit entsprechender Veranlagung zu gesundheitlichen Problemen führen. Dabei werden folgende Erkrankungen unterschieden:

  1. Zöliakie; Sprue, glutensensitive Enteropathie
  2. Gluten-Sensitivität

 

1. Zöliakie, Sprue synonym auch glutensensitive Enteropathie

Bis vor kurzem ging man davon aus, dass durchschnittlich etwa einer von 1.000 Menschen in Deutschland betroffen ist. Neuere Untersuchungen haben aber gezeigt, dass jeder 250. Deutsche Gluten von Seiten des spezifischen Immunsystems nicht verträgt (Quelle: Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V.).

Die Zöliakie tritt bereits im Kleinkindalter auf. Die Sprue entwickelt sich insbesondere im vierten Lebensjahrzehnt anfänglich längere Zeit ohne Beschwerden. Oft dauert es  Jahre bis zur Diagnosestellung. Die Erkrankung ist erblich bedingt. Der Körper zerstört durch gegen sich gerichtete Antikörper seine eigene Dünndarmschleimhaut.

Die Beschwerden sind oft unspezifisch:

Auch bestimmte Erkrankungen können dadurch bedingt sein:

getreide1.pngSowohl die Autoantikörper als auch die genetische Belastung lassen sich im Blut nachweisen. Die Diagnose wird durch eine Probeentnahme von Dünndarm-Schleimhaut im Rahmen einer Magenspiegelung gesichert.

Die Therapie dieser Erkrankung besteht aus dem lebenslangen Verzicht glutenhaltiger Getreide.

 

2. Gluten-Sensitivität

Hierbei handelt es sich um eine Störung der unspezifischen Abwehr gegen Gluten. Beschwerden können ähnlich wie Zöliakie / Sprue sein. Die Labordiagnostik ist dabei aber unauffällig. Eine entsprechende Stressreaktion auf Gluten lässt sich mit dem adaptativen Muskeltest (Applied Kinesiology) nachweisen. Die Diät mit Verzicht glutenhaltiger Getreide muss meist nur einige Wochen bis Monate eingehalten werden.

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FAZIT:  Gluten-Unverträglichkeiten werden aufgrund ihrer unspezifischen Beschwerden lange übersehen. Sie sind nicht selten Grund für Gelenk- oder Muskelbeschwerden. Mit geeigneten Untersuchungsmethoden kann man die Diagnose schnell sichern.

Weitere Informationen sind erhältlich unter http://www.dzg-online.de.

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