Erkältungskrankheiten-Hausmittel

Die kalte Jahreszeit hat uns erreicht und wieder stehen die Erkältungskrankheiten auf der Tagesordnung. Die Erkältung (auch grippaler Infekt genannt) gehört zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Durchschnittlich erkälten sich Erwachsene zwei- bis fünfmal im Jahr, Kinder im Vorschulalter sogar vier- bis achtmal. Dabei entsteht – meist durch Viren – eine akute Infektion der oberen Atemwege. Das Auftreten von Erkältungskrankheiten steht in direktem Zusammenhang mit einem durch Stress oder Einwirkung von Kälte geschwächten Immunsystem. Stress ist ein zunehmendes Phänomen unserer Gesellschaft. Eine leichte Bekleidung in der kalten Jahreszeit, die man heutzutage häufig bei Kindern und Jugendlichen beobachtet, fördert die Kälteeinwirkung. Typische Symptome dieser Atemwegsinfektion sind Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Halsschmerzen.

Die heute übliche Therapie bei Erkältung ist symptomatisch, das heißt, sie unterdrückt die unerwünschten Beschwerden der Erkrankung, bekämpft jedoch nicht die Ursache. Da Viren für die meisten Erkältungen verantwortlich sind, eignen sich Antibiotika zur Behandlung meist nicht, weil sie nur gegen Bakterien wirken. In der Regel soll das eigene Immunsystem den viralen Infekt ausheilen. Das braucht etwas Zeit. Dafür wird das Immunsystem trainiert und kann bei späteren Infekten besser reagieren.

Für die Bekämpfung der oft störenden Beschwerden eignen sich alte Hausmittel, die leider allzu häufig in Vergessenheit geraten sind.

In der Natur zieht sich ein krankes Tier zurück bis es gesundet ist. Wir Menschen sind ein Teil dieser Natur, versuchen jedoch bei Erkrankungen häufig so weiter zu machen wie bisher. Als Folge dessen heilen Erkrankungen oft verspätet aus oder hinterlassen dauerhafte Probleme.

Das können Sie selber zur Genesung beitragen:

Im Weiteren sollen nun bewährte, von uns persönlich angewandte Hausmittel vorstellt werden.

Ingwertee:
Einige kleine Scheiben einer frischen Ingwerknolle und die Schale einer unbehandelten Zitrone mit ca. einem Liter Wasser aufkochen, über ein Sieb abgießen und nach leichtem Abkühlen den Saft der Zitrone sowie etwas Honig dazu geben. Sollte über den Tag verteilt heiß getrunken werden, jedoch möglichst nicht abends. Ingwertee ist besonders gut einsetzbar bei beginnender Erkältung, kann dann oft einen ausbrechenden Infekt noch verhindern. Er eignet sich aber auch gut bei bereits fortgeschrittener Erkältung zur schnelleren Gesundung.

Aufsteigendes Senfmehlfußbad:
Abends vor dem Schlafengehen beide Füße in eine Schüssel oder einen Eimer mit heißem Wasser stellen. Die Knöchel sollten dabei mit Wasser bedeckt sein. Dazu circa zwei Esslöffel Senfmehl geben (entweder gemahlen aus dem Reformhaus oder Senfkörner selber in vorhandener Mühle mahlen – die Mühle kann anschließend mit ein paar Reiskörnern wieder neutralisiert werden). Sobald wie möglich sollte immer wieder heißes Wasser nachgegossen werden (dazu am besten einen Wasserkocher daneben stellen). Nach circa 15 Minuten Füße abtrocknen, sofort warme Socken anziehen und ins Bett gehen. In der Regel schläft man danach sehr ruhig und entspannt. Senfmehlfußbad.

Hustensaft aus Zwiebel und Honig:
Eine Zwiebel klein schneiden und in ein mittelgroßes Schraubglas geben, dazu circa einen Esslöffel Honig, dann Deckel aufschrauben und im Kühlschrank aufbewahren. Bereits nach 30 bis 45 Minuten hat sich der erste Saft gebildet, der dann löffelweise eingenommen werden kann. Dieser Zwiebelsaft kann im Kühlschrank etwa zwei bis drei Tage aufbewahrt werden und ist auch für Kinder sehr gut geeignet. Zwiebeln enthalten schwefelhaltige Senföle, die eine desinfizierende und entgiftende Wirkung haben. Der Saft löst den Husten, wenn hartnäckiger Schleim in den Bronchien sitzt, und erleichtert das Abhusten. Die Zwiebel kann auch in Scheiben geschnitten und fünf Minuten geköchelt werden, anschließend den Sud durch ein Sieb abseihen und mit etwas Honig süßen. Davon bis zu vier Tassen täglich möglichst heiß trinken.

Nasenspülungen (bei Schnupfen):
Nasentropfen oder -sprays aus der Apotheke können die Schleimhäute abschwellen lassen. Häufig führen sie jedoch bei längerer Anwendung zu anhaltendem Schnupfen.
Salzwasser erfüllt den gleichen Zweck, hat jedoch keine negativen Nebenwirkungen. Es desinfiziert und löst den Schleim. Für die Kochsalzlösung eine Messerspitze Salz in 0,2 Liter warmen Wasser, verrühren. Ein wenig Salzwasser in die hohle Hand gießen und durch das rechte Nasenloch einziehen. Kopf auf die rechte Seite neigen, damit das Wasser in die Nebenhöhle laufen kann. Danach die linke Seite behandeln. Mehrmals täglich wiederholen. In der Apotheke gibt es außerdem spezielle Nasenduschen, mit denen man die Nasengänge und Nasennebenhöhlen spülen kann. Regelmäßig angewendet sollen Nasenspülungen vorbeugend gegen Schnupfen wirken.

Reissuppe (bei Schnupfen):
Eine Portion Reis mit mehr Wasser als gewöhnlich kochen. Mit Salz, Ingwer (eventuell klein geschnitten), Frühlingszwiebeln oder anderen vorhandenen Zutaten abschmecken. Reissuppe wirkt sehr gut entwässernd, zum Beispiel bei längerem, Schleim produzierendem Husten, auch für Kinder mit ewiger „Rotznase“ gut geeignet. Einfach abends oder morgens eine kleine Portion davon essen.

Kartoffelwickel (bei Halsschmerzen)
Dazu werden ungeschälte Kartoffeln gekocht, noch heiß in ein Tuch gelegt und zerdrückt. Den warmen Kartoffelwickel (nicht mehr heiß) mit einem Handtuch umwickelt für etwa eine halbe Stunde um den Hals legen. Der Wickel hilft gut bei Halsschmerzen.

Zwiebelsäckchen (bei Ohrenschmerzen)
Zwiebel klein hacken und in ein Baumwolltuch leicht zerdrückt einwickeln. Eine Wärmflasche bereiten und das Zwiebelsäckchen darauf legen, anschließend mit dem schmerzenden Ohr auf das Säckchen und die Wärmflasche legen. Diese Zwiebelsäckchen sind besonders gut für kleine Kinder geeignet, dazu die Wärmeflasche und das Zwiebelsäckchen auf den Schoß von Mutter oder Vater legen.

Wadenwickel (bei Fieber)
Die Unterschenkel werden dabei maximal 15 Minuten lang mit kühlen, aber nicht eiskalten Tüchern umwickelt, den restlichen Körper gut warm halten. Fieber bei einer Erkältung sollte nicht sofort gesenkt werden! Es ist Ausdruck einer Immunreaktion des Körpers und unterstützt die Heilung. Erst ab etwa 39 Grad oder bei länger andauerndem Fieber sollte die Temperatur, u. a. durch Wadenwickel, gesenkt werden. Steigt das Fieber dennoch, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf.

Da die echte Grippe (Influenza) lebensbedrohlich sein kann, ist es wichtig, im Frühstadium zwischen einer Erkältung und einer Grippe zu unterscheiden. Wenn man nach einigen Tagen keine Linderung verspürt oder das Fieber anhält, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Abschließend sollte darauf hingewiesen werden, dass eine Erkältung zum Leben gehört. Eine gesunde Lebensweise kann die Häufigkeit und Stärke von Erkältungskrankheiten reduzieren helfen. Dazu gehören vor allem:

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