Arzneimittelnebenwirkungen

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen treten bei etwa fünf Prozent aller medikamentös behandelten Patienten auf.

25.000 bis 58.000 Menschen sind 2013 in Deutschland an Medikamenten-Nebenwirkungen gestorben! Damit sind Nebenwirkungen von Arzneimitteln die dritt- bis vierthäufigste Todesursache in Deutschland.

Der Tod resultiert in erster Linie durch Medikamenteneinnahme entstehende Magen-Darm-Blutungen, Leber- und Nierenversagen oder Herzinfarkt.  Besonders gefährlich sind dabei Antikrebsmittel, Herz- und Blutdruckmedikamente, blutverdünnende Substanzen und nichtsteroidale Schmerzmittel (zum Beispiel Diclofenac, Ibuprofen und ASS).

Jeder zweite Todesfall durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen wäre vermeidbar.

Wie können unerwünschte Arzneimittelwirkungen vermieden werden?

  1. Zunächst sollte der Arzt prüfen, ob im konkreten Fall überhaupt das Medikament angezeigt ist. Laut Professor  Sönnichsen, Leiter des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität Witten/Herdecke werden fast ein Drittel der Medikamente ohne ausreichenden  wissenschaftlichen Nachweis verschrieben. Über 90 Prozent der Patienten bekommen mindestens ein Arzneimittel unbegründet. 37 Prozent der über 65-Jährigen nehmen Medikamente ein, die für ältere Menschen nicht geeignet sind.
  2. Die Dosierung des Arzneimittels sollte unter Anpassung der Leber- und Nierenfunktion sowie des Lebensalters erfolgen. Gerade ältere Menschen haben eine eingeschränkte Funktion der Leber und der Nieren. Damit wird eine niedrigere Dosierung erforderlich.
  3. Es sollten alternative Therapien erwogen werden. Viele Erkrankungen sind zu über 60 Prozent durch einen ungünstigen Lebensstil bedingt. Mit Gewichtsreduktion, verbesserter  Ernährungsweise, sportlicher Betätigung und Entspannungsverfahren wird die Einnahme von Medikamenten meist hinfällig.
  4. Interaktionen mit anderen Medikamenten sollten geprüft werden. Diese Interaktionen  sollten vor allem Arzt und Apotheker regelmäßig überprüfen. Mittlerweile gibt es auch Datenbanksysteme, die per EDV vor entsprechenden Risiken warnen.
  5. Die Einnahme von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln kann unerwünschte Arzneimittelwirkungen mildern oder sogar vermeiden. Eine Vielzahl von Medikamenten führt zu Störungen des Mikronährstoffhaushaltes, insbesondere bei längerer Einnahme, Kindern und Senioren.

Was heißt das jetzt für mich als Patient?

Jede Medikamenteneinnahme sollte vom Patient kritisch beim Arzt hinterfragt werden!

Kann ich durch geeignete Veränderungen meiner Lebensweise das gesundheitliche Problem lösen?

Wenn nicht ergeben sich gute Ansatzpunkte für eine Wiederherstellung der Gesundheit auch ohne beziehungsweise mit wenigen Medikamenten.

FAZIT:  Nebenwirkungen von Medikamenten sind häufig. Oft sind sie vermeidbar. Insbesondere das partnerschaftliche Gespräch mit dem Arzt und eine Veränderung des Lebensstils können vorbeugen.

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